GSB 7.0 Standardlösung

Havarie MSC Flaminia

8.11.2012 - MSC FLAMINIA Einsatz beendet Das Havariekommando hat die Gesamteinsatzleitung abgegeben

Heute morgen um 10:00 Uhr hat das Havariekommando die Gesamteinsatzleitung im Schadensfall MSC FLAMINIA für beendet erklärt. Nachdem die „heißen Container“ entladen wurden, handelt es sich nun um normale Entladungs- und Entsorgungsarbeiten, die keiner weiteren Koordinierung durch das HK bedürfen.

Am 20. August 2012 war das Havariekommando mit den Planungen für die Rückkehr der MSC FLAMINIA in deutsche Gewässer beauftragt worden. In den vergangenen zwölf Wochen leitete der Havariestab den Einsatz von rund 20 Unternehmen und 30 Behörden.

English Version: Press release no. 13 (PDF, 62KB, barrierearm)

7.11.2012 - Entladung der MSC FLAMINIA schreitet voran Hitzecontainer sind von Bord

Die Arbeiten am Containerschiff laufen zu unserer Zufriedenheit, alle Beteiligten leisten hervorragende Arbeit und ziehen an einem Strang. Wir sehen schon das Licht am Ende des Tunnels“, kommentiert der Leiter des Havariekommandos, Hans-Werner Monsees, die Situation bei der Entladung der MSC FLAMINIA.

Zwei Monate nachdem die MSC FLAMINIA am Jade-Weser-Port festgemacht hat, wurde unter der Leitung des Havariekommandos rund ein Drittel der Fracht (975 Container) entladen. 814 Container, unter ihnen 46 mit Gefahrgut, sind gereinigt und für den Weitertransport vorbereitet. 161 Container waren so stark beschädigt, dass sie bereits entsorgt wurden.

Alle Container, in denen Glutnester schwelten („heiße Container“), wurden inzwischen von Bord gebracht.

English Version: Press release no. 11 (PDF, 58KB, barrierearm)

6.11.2012 - MSC FLAMINIA - Reinigung der Aufbauten abgeschlossen Entladung der Container hat begonnen

Seit heute morgen 9:15 Uhr laufen die Entladungsarbeiten auf der MSC FLAMINIA. Nachdem die Reederei nun alle erforderlichen Verträge mit Entsorgungs- und Entladungsunternehmen unterzeichnet hat, kann mit den Entsorgungs- und Entladungsarbeiten des havarierten Schiffes begonnen werden.

Im Verlauf des heutigen Tages werden rund 80 unbeschädigte Container entladen, darunter auch Gefahrgutcontainer. Die Reinigung der Aufbauten wurde gestern beendet, sie können nun bezogen werden.

„Dank der guten Zusammenarbeit der Behörden und Unternehmen vor Ort, haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht“, sagt Hans-Werner Monsees, der Leiter des Havariekommandos, das nach wie vor die Gesamteinsatzleitung hat. Parallel zu den Entladungs- und Entsorgungsarbeiten werden weiterhin täglich Messungen auf dem Schiff durchgeführt, um auf Veränderungen sofort reagieren zu können.

English Version: Press release no. 11 (PDF, 58KB, barrierearm)

18.9.2012 - Erste Reinigungsarbeiten auf der MSC FLAMINIA Entladungskonzept für die Container steht

Zuerst werden die Aufbauten der MSC FLAMINIA gereinigt, das haben die Experten des Havariekommandos, der Reederei und der Behörden vor Ort entschieden. Voraussichtlich diese Woche können die Arbeiten beginnen. Sie werden circa 5 Tage andauern.

Das Entladungskonzept, aufgestellt vom Germanischen Lloyd, ist abgeschlossen. Um die Stabilität des Schiffes zu gewährleisten, werden Container und Löschwasser gleichermaßen entladen. Vorrang haben die Container, bei denen eine erhöhte Temperatur festgestellt wird. Danach folgen die Gefahrgutcontainer.

Unterdessen liegt auch der erste Teil des Entsorgungskonzeptes für die beschädigte Ladung vor. Die entsprechenden Container sollen zunächst in einer Art Wanne von Bord geholt werden.

English Version: Press release no. 10

9.9.2012 - MSC FLAMINIA beendet Schleppreise MSC FLAMINIA sicher im Jade-Weser-Port

Soeben (17:45 Uhr) hat die MSC FLAMINIA an der Kaje im Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven festgemacht.

Heute Morgen gegen 8 Uhr hatte der Schleppverband mit der MSC FLAMINIA die Tiefwasserreede verlassen und zügig den Weg nach Wilhelmshaven zurückgelegt. Die Fahrt verlief reibungslos. Vor der Kaje wurde das havarierte Containerschiff gedreht und liegt nun mit dem Bug Jade-auswärts.

In den kommenden Tagen werden aus Arbeitsschutzgründen weitere Untersuchungen an Bord der MSC FLAMINIA durchgeführt. Wenn das geschehen ist, wird die Staatsanwaltschaft nach dem vermissten Seemann suchen und ihre Untersuchungen durchführen. Erst danach kann mit der Entladung des Schiffes begonnen werden.

English Version: (PDF, 63KB, barrierearm)

9.9.2012 - MSC FLAMINIA ist in deutschen Gewässern Schleppreise verläuft planmäßig

Der Schleppverband mit der MSC FLAMINAIA befindet sich zurzeit (14:00 Uhr) etwa 10 Kilometer nördlich von Spiekeroog. Heute Morgen gegen 8:00 Uhr hat der Schleppverband die Tiefwasserreede verlassen und sich auf den Weg zum Jade-Weser-Port gemacht. Um 10:20 Uhr war je ein Lotse an Bord der MSC FLAMINIA und der FAIRMOUNT EXPEDITION. Gegenwärtig werden die Steuerschlepper angespannt. Die Schleppreise verläuft planmäßig.

English Version:

8.9.2012 - MSC Flaminia kann nach Wilhelmshaven einlaufen MSC FLAMINIA ist in deutschen Gewässern

Der Schleppverband mit der MSC FLAMINIA hat im Verlauf des Tages seine Reise in Richtung Tiefwasserreede weiter vorgesetzt. Wenn der Schleppverband seine Geschwindigkeit von derzeit 3,5 Knoten beibehält, wird er gegen 21.30 Uhr das Gebiet der Tiefwasserreede erreichen. Die MSC FLAMINIA wird dort nicht ankern, sondern von Schleppern auf Position gehalten.

Auf der Fahrt durch das deutsche Hoheitsgebiet sind immer wieder Mitglieder des zweiten Expertenteams an Bord der MSC FLAMINIA gegangen und haben Luft, Wasser- und Wischproben genommen, sowie die Stabilität des Schiffes und die Dichtigkeit des Rumpfes überprüft. Die Ergebnisse liegen dem Havariestab vor, der Schleppverband kann morgen nach Wilhelmshaven einlaufen.

English Version:

8.9.2012 - MSC Flaminia kann nach Wilhelmshaven einlaufen Spezialteams des Havariekommandos im Einsatz

Der Schleppverband MSC FLAMINIA befindet sich seit 6:30 Uhr in deutschen Gewässern. Begleitet von dem Mehrzweckschiff NEUWERK, zwei Bundespolizeischiffen und einem Seenotkreuzer steuert der Verband auf die Tiefwasserreede in der Deutschen Bucht zu.

Das 17köpfige Expertenteam des Havariekommandos an Bord der NEUWERK wird das Containerschiff schnellstmöglich betreten, um weitere Erkenntnisse zum Schiffs- und Ladungszustand zu ermitteln. Dies kann nur bei Tageslicht geschehen. Auch das Anlegen im Jade-Weser-Port, so eine Auflage an den Schleppverband, darf nur bei Tageslicht durchgeführt werden.

Wann die MSC FLAMINIA endgültig in den Jade-Weser-Port einläuft ist von den Ergebnissen des Expertenteams abhängig.

English Version:

7.9.2012 - MSC FLAMINIA erreicht voraussichtlich morgen deutsche Gewässer Spezialteams des Havariekommandos bereit für den Einsatz

Die Analytische Task Force Deutschland, ein Vertreter des Germanischen Lloyds, eine Brandbekämpfungseinheit (BBE) und weitere Spezialisten des Havariekommandos befinden sich seit heute Vormittag an Bord des Mehrzweckschiffes NEUWERK. Gegen Mittag hat das Schiff mit insgesamt 17 Experten Cuxhaven verlassen und steuert nun auf den Schleppverband mit der MSC FLAMINIA zu.

Die Einsatzkräfte haben den Auftrag den Schiffs- und Ladungszustand erneut zu bewerten. Dies geschieht in enger Kooperation mit den 13 Experten der Reederei und des Schleppunternehmens, die die MSC FLAMINIA auf der Überfahrt begleiten.

Die Ergebnisse dieses zweiten Fact-Finding werden zusammen mit dem Havariestab in Cuxhaven bewertet, danach entscheidet das Havariekommando über das weitere Vorgehen.

English Version:

Stichwort: Analytische Task Force (ATF)

Die Analytische Task Force (ATF) ist eine Spezialeinheit, die bei chemischen Lagen wie Unglücksfällen mit Gefahrstoffen schnelle Analysen vor Ort durchführen kann. Die ATF verfügt dafür über spezielle Messgeräte. Damit kann die ATF Gefahrstoffe schon an der Einsatzstelle ausfindig machen und identifizieren. Darüber hinaus ermöglicht der wissenschaftliche Hintergrund des ATF-Personals eine vollständige Bewertung der Messergebnisse. So sind Schlussfolgerung auf erforderliche Maßnahmen zur Bewältigung der Einsatzlage möglich und können einen Führungsstab bei der Findung von Entscheidungen unterstützen.

Task Forces sind Spezialkräfte, die Bund und Länder beim Schutz der Bevölkerung in Deutschland unterstützen. Im Juni 2002 einigten sich Bund und Länder auf eine neue Strategie, die auf der Basis von Risikokategorien an Versorgungsstufen auszurichten ist. Die höchste Schutzstufe ist der Sonderschutz mit Hilfe von Spezialkräften, sog. Task Forces.

English Version: (PDF, 63KB, barrierearm)

6.9.2012 - MSC Flaminia erreicht voraussichtlich in 4 Tagen deutsche Gewässer Weitere Untersuchungen durch Fact-Finding-Team geplant

Der Schleppverband MSC Flaminia ist noch ca. 500 Seemeilen von der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) entfernt. An Bord des Havaristen ist ein aus 13 Spezialisten bestehendes Team, das die Bedingungen auf dem Schiff während des Verlaufs der Schleppreise überwacht.

English Version: Press release no. 09 (PDF, 20KB, barrierearm)

6.9.2012 - MSC Flaminia erreicht voraussichtlich in 2 Tagen deutsche Gewässer Schleppverband MSC Flaminia befindet sich in holländischen Gewässern

Der Schleppverband mit der MSC FLAMINIA befindet sich zurzeit etwa auf der Höhe von Rotterdam und  wird voraussichtlich am  Sonnabendmorgen deutsche Hoheitsgewässer erreichen.Die MSC FLAMINIA , begleitet vom Mehrzweckschiff „Neuwerk“ und einem Schiff der Bundespolizei, wird zunächst die Tiefwasserreede ansteuern.Um das Schiff herum wird eine Sicherheitszone errichtet, Luft- und Seeraum sind gesperrt. Dies geschieht zum Schutz der Einsatzkräfte, die mit Schiffen und Hubschraubern an Bord der MSC FLAMINIA und wieder zurück auf die NEUWERK gebracht werden.

Unterdessen werden im Tiefwasserhafen Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven die notwendigen Vorbereitungen getroffen, damit die MSC FLAMINIA dort einlaufen kann. Die Spezialkräfte und Experten an Bord der MSC FLAMINIA überwachen kontinuierlich den Zustand des Schiffes und der Ladung.

English Version:

31.8.2012 - MSC Flaminia - Umfangreiche Vorbereitungen, Genehmigungen liegen vor MSC FLAMINIA kann Reise nach Deutschland antreten

Heute ab 19 Uhr kann sich der Schleppverband mit der MSC FLAMINIA auf den Weg nach Deutschland machen. Die Bergungsfirma hat von Deutschland und den Anrainerstaaten des Ärmelkanals die Erlaubnis erhalten, die Hoheitsgewässer von England, Frankreich, Belgien und den Niederlanden zu passieren und in deutsche Gewässer einzulaufen. Die Schleppreise wird voraussichtlich fünf Tage dauern.

Im gesamten Verlauf der Reise werden Ingenieure der Reederei und Mitarbeiter der Bergungsfirma an Bord sein. Sie stellen unter anderem sicher, dass eine Brandwache gesichert ist und die Feuerlöscheinrichtung an Bord der MSC FLAMINIA jederzeit einsetzbar ist.

English Version: Press release no. 08 (PDF, 65KB, barrierearm)

30.8.2012 - Der Gefährlichkeitsgrad der Ladung hat sich in letzter Zeit nicht verändert Die Ladung der MSC FLAMINIA ist nicht gefährlicher als bisher bekannt

Die Gefahrgüter, die die MSC FLAMINIA geladen hat, sind dem Havariekommando bekannt und werden kontinuierlich von Fachleuten bewertet.

Die zuständigen Behörden arbeiten an der Bewertung der Gesundheitsgefahren aller geladenen Gefahrgüter. Es ist allen für das Havariekommando eingebundenen Umweltexperten bewusst, dass diese Gefahrgüter selbstverständlich „nicht in die Umwelt“ gehören. Daher wird auch ruhig, strukturiert Schritt für Schritt vorgegangen, um jedes Freisetzungsrisiko zu minimieren.

English Version: Press release no. 07 (PDF, 61KB, barrierearm)

30.8.2012 - MSC Flaminia - Die Lage auf der MSC FLAMINIA hat sich weiter stabilisiert Deutsches Fact-Finding Team ist zurück

Letzte Nacht gegen 23:30 Uhr ist das deutsche Fact-Finding Team auf dem Marineflugplatz in Nordholz gelandet.

Die Löschwasser-, Luft- und Wischproben, die das Fact-Finding Team mitgebracht hat, werden analysiert und im Havariestab ausgewertet. Der Schleppverband mit der MSC FLAMINIA befindet sich derzeit etwa 35 Seemeilen südlich von Lizard Point vor der britischen Küste. Ein Team der Bergungsfirma ist zur Zeit an Bord, löscht einzelne Glutnester und bereitet die Überfahrt vor.

English Version: Press release no. 06

26.8.2012 - MSC Flaminia - Weiteres Vorgehen wird sehr sorgfältig geplant Schritt für Schritt mögliche Gefahren beseitigen

"Es gibt keine Entwarnung, aber es gibt auch gar keinen Grund für irgendeine Hysterie", sagte der Leiter des Havariekommandos, Hans-Werner Monsees heute auf einer Pressekonferenz des Havariekommandos in Bremerhaven zur derzeitigen Situation auf der MSC FLAMINIA. Das Havariekommando arbeitet weiterhin zusammen mit Fachberatern intensiv an den nächsten Schritten zur Beseitigung möglicher Gefahren.

Das Expertenteam des Havariekommandos kann frühestens am kommenden Dienstag die Situation an Bord der MSC FLAMINIA überprüfen. Sie benötigen ein großes Zeitfenster mit gutem Wetter, um Proben nehmen und ihre umfangreichen Messungen durchführen zu können. Die MSC FLAMINIA kann erst in die deutsche Gewässer geschleppt werden, wenn keine Gefahren mehr von dem Schiff ausgehen.

English Version: Press release no. 05

Stichwort: Notliegeplatz

Eine Richtlinie der Europäischen Union (Richtlinie 2002/59/EG) definiert den Begriff wie folgt: "Hafen, Teil eines Hafens, ein anderer geschützter Liege- oder Ankerplatz oder jeder andere geschützte Bereich, der von einem Mitgliedstaat für den Aufenthalt von sich in Seenot befindenden Schiffen bestimmt wurde." Das deutsche Notliegeplatzkonzept sieht wie das der meisten anderen EU-Mitgliedstaaten keine ausdrückliche Ausweisung von Notliegeplätzen vor. Vielmehr wird grundsätzlich jede geschützte Wasserfläche als Notliegeplatz als geeignet angesehen. Die Zuweisung eines Notliegeplatzes erfolgt durch das Havariekommando aufgrund einer Einzelfallentscheidung, die sowohl das konkrete Gefährdungspotential des Havaristen, als auch den für den speziellen Fall geeigneten Notliegeplatz berücksichtigt. Im Rahmen dieser Entscheidung werden alle örtlich zuständigen Stellen einbezogen.

Überblick internationale Richtlinien:

  • IMO MSC 74/2/3 Add.01
  • IMO Resolution A.949(23)
  • IMO Resolution A.950 (23)
  • Richtlinie 2009/17/EG Art.20a
  • Richtlinie 2002/59/EG Art.20

English Version: (PDF, 65KB, barrierearm)

25.8.2012 - Analyse von Ladungslisten und Stauplänen geht weiter Fact-Finding-Team wartet auf Einsatz

Die Wetterbedingungen vor der englischen Südküste mit Wellenhöhen von mehr als 4m und Südwestwinden um Windstärke 8 verhindern, dass die beiden Expertenteams aus Frankreich, England, den Niederlanden und Deutschland an Bord der FLAMINIA gehen.

Unterdessen geht die genaue Analyse der Ladungslisten und Staupläne im Havariestab weiter. Die Inhalte jedes einzelnen Containers werden mit der Unterstützung von Fachberatern der TUIS (Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem der chemischen Industrie) und dem Bundesamt für Materialprüfung und – forschung (BAM) auf mögliche Gefährdungen überprüft.

English Version: (PDF, 62KB, barrierearm)

24.8.2012 - Kein Austritt von Flüssigkeiten Überwachungsflugzeug des Havariekommandos überfliegt Havaristen

Am Donnerstag, den 23. August 2012, ist eines der Ölüberwachungsflugzeuge des Havariekommandos über die MSC Flaminia geflogen. Die erfahrene Besatzung konnte bestätigen, dass keine Flüssigkeiten aus dem Schiff austreten.

Unterdessen nähert sich der Schleppverband mit der havarierten MSC FLAMINIA der Südwestküste Großbritanniens. Voraussichtlich werden dort heute die Experten aus England, Frankreich, den Niederlanden und Deutschland an Bord gehen, um sich einen genauen Überblick über den Zustand des Schiffes und der Ladung zu verschaffen.

Die Fachleute im Havariestab vergleichen derzeit die Ladungslisten mit den Stauplänen der MSC FLAMINIA. Durch den Brand und die Explosion ist eine Vielzahl von Containern beschädigt. Die Fachleute sind dabei herauszufinden, um welche Container es sich dabei handelt. Die Ergebnisse dieser Überprüfung bilden zusammen mit den Erkenntnissen des Fact-Finding-Teams die Grundlage für die weiteren Planungen und die Gefahrenermittlungen des Havariekommandos.

English Version: Press release no. 03 (PDF, 62KB, barrierearm)

22.8.2012 - Deutsche Experten begutachten Zustand der MSC FLAMINIA Havarist geht auf Tiefwasserreede vor Anker

Schon vor Erreichen des Ärmelkanals wird in den kommenden Tagen ein deutsches, unabhängiges Fact-Finding Team (Expertenteam) an Bord der „MSC FLAMINIA“ gehen, um sich einen genauen Überblick über den Zustand des Schiffes und der Ladung zu verschaffen. Das Team besteht aus einem Gefahrgutexperten, einem Chemiker und einem Bergungsexperten. Sie werden gemeinsam mit den Experten aus Großbritannien, den Niederlanden und Frankreich das Containerschiff untersuchen.

Auf der Basis der bisher vorliegenden Untersuchungsergebnisse hat das Havariekommando entschieden, das Schiff auf die Tiefwasserreede zu schleppen. Die Tiefwasserreede liegt in der Deutschen Bucht etwa 12 sm westlich von Helgoland. Danach ist es geplant, das Schiff in den Jade-Weser-Port zu bringen.

Zunächst einmal muss der Schleppverband jedoch sicher den Ärmelkanal durchfahren. Er besteht aus den Schleppern FAIRMOUNT EXPEDITION und ANGLIAN SOVEREIGN. Derzeit bewegt er sich auf die britischen Hoheitsgewässer zu. Am Freitag wird die MSC FLAMINIA circa 40 Seemeilen südlich der britischen Westspitze „Lands End“ erwartet.

Unterdessen organisiert das Havariekommando die Vergrößerung des Havariestabes, dazu werden Fachberater von anderen Bundes und Landesbehörden sowie Spezial Untenehmen angefordert. Der Havariestab erstellt zur Zeit Einsatz- und Vorsorgekonzepte, ebenso die Arbeitsaufträge für das Fact-Finding Team. Mit der Reederei NSB, der Bergungsfirma und den beteiligten ausländischen Staaten werden Informationen ausgetauscht.

English Version: Press release no. 04

Stichwort: Notliegeplatz

Eine Richtlinie der Europäischen Union (Richtlinie 2002/59/EG) definiert den Begriff wie folgt: "Hafen, Teil eines Hafens, ein anderer geschützter Liege- oder Ankerplatz oder jeder andere geschützte Bereich, der von einem Mitgliedstaat für den Aufenthalt von sich in Seenot befindenden Schiffen bestimmt wurde." Das deutsche Notliegeplatzkonzept sieht wie das der meisten anderen EU-Mitgliedstaaten keine ausdrückliche Ausweisung von Notliegeplätzen vor. Vielmehr wird grundsätzlich jede geschützte Wasserfläche als Notliegeplatz als geeignet angesehen. Die Zuweisung eines Notliegeplatzes erfolgt durch das Havariekommando aufgrund einer Einzelfallentscheidung, die sowohl das konkrete Gefährdungspotential des Havaristen, als auch den für den speziellen Fall geeigneten Notliegeplatz berücksichtigt. Im Rahmen dieser Entscheidung werden alle örtlich zuständigen Stellen einbezogen.

21.8.2012 - Bundesrepublik stellt sich ihrer Verantwortung für Schiff unter deutscher Flagge Havarierte MSC FLAMINIA wird auf Reede in der Nordsee geschleppt

Unter der Leitung des Havariekommandos wird der Hamburger Containerfrachter in deutsche Hoheitsgewässer geschleppt und zunächst auf Reede vor Anker gehen. Später wird er in einen Hafen verholt. Auf Reede werden Fachleute klären, welche Gefahren von Schiff und Ladung möglicherweise noch ausgehen. Erst danach kann die Frage, welcher Hafen es sein wird, entschieden werden. Auch der sichere Liegeplatz steht derzeit noch nicht fest. Britische, niederländische und französische Fachleute werden im Auftrag der Maritime and Coastguard Agency den Zustand von Schiff und Ladung begutachten, sobald die MSC FLAMINIA in die Nähe des Ärmelkanals kommt.

„Es liegt im Interesse der Bundesrepublik, die Seetüchtigkeit des Schiffes zu gewährleisten und zu verhindern, dass Schiff oder Ladung die Umwelt gefährden“, sagte der Leiter des Havariekommandos, Hans-Werner Monsees, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Reederei NSB, die für das Schiffsmanagement verantwortlich zeichnet. Mit der Entscheidung, den Containerfrachter (300 m lang, 6750 TEU) mit Heimathafen Hamburg in deutsche Gewässer schleppen zu lassen, übernehme der Flaggenstaat Deutschland die Verantwortung für die Abwehr von Gefahren, die von der MSC Flaminia noch ausgehen können, so Monsees.

Wenn die MSC FLAMINIA einen sicheren Liegeplatz in Deutschland erreicht hat, wird ein Expertenteam (Feuerwehrleute, Chemiker, Ingenieure) das Schiff noch einmal genau untersuchen , um das weitere Vorgehen festzulegen. Sowohl der Zustand des Schiffes als auch der der Ladung wird betrachtet werden.

Zu den möglichen nächsten Schritten gehört das Löschen der Treibstoff- und Schmierstoffbestände, das Abpumpen des Löschwassers und das Entladen einzelner Container. Erst danach wird die MSC FLAMINIA in einen deutschen Hafen geschleppt.

Zur Zeit befindet sich der Schleppverband noch circa 350 sm vor dem Eingang zum Kanal. Am kommenden Wochenende wird er in Höhe des französischen Quessant, dem Eingang zum Ärmelkanal, erwartet. Einen sicheren Liegplatz in deutschen Gewässern wird die MSC FLAMINIA voraussichtlich Anfang der übernächsten Woche erreichen. Ingesamt wird die Bergungsaktion voraussichtlich zwei Monate dauern.

English Version: Press release no. 02 (PDF, 61KB, barrierearm)

Press release no. 01

Historie

Auf dem Weg von Charleston/USA via Felixstowe und Antwerpen nach Bremerhaven war am 14. Juli 2012 auf dem Containerschiff ein Feuer ausgebrochen. In der Folge explodierten Teile der Ladung, ein Seemann starb wenig später an seinen schweren Verletzungen, ein weiterer wird vermisst und ein Seemann befindet sich noch in kritischem Zustand. Zwei Leichtverletzte konnten mittlerweile das Krankenhaus auf den Azoren verlassen, wohin sie nach der Havarie gebracht worden waren. Die Mannschaft kurz nach der ersten Explosion von dem Tanker DS CROWN aufgenommen worden.